Natur-, Boden- und Meeresschutz im Wahlkreis 34 auf Rügen

Thema 7 von 10 · Wahlkreis 34

Natur-, Boden- und Meeresschutz

Wie können Schutz und Nutzung so verbunden werden, dass Natur erhalten und regionale Entwicklung weiterhin möglich bleibt?

Eine außergewöhnliche Natur ist zugleich Lebensgrundlage

Der Südosten Rügens gehört zu den landschaftlich vielfältigsten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns. Küste, Bodden, Wälder, Äcker, Feuchtgebiete und kleinere Gewässer liegen auf vergleichsweise engem Raum. Diese Natur ist Lebensraum zahlreicher Arten, prägt die Heimat der Einwohner und ist zugleich Grundlage des Tourismus.

Naturschutz und Umwelt gehören ausdrücklich zu den politischen Schwerpunkten Dr. Sylva Rahm-Prägers. Als Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Landwirtschaft und Umwelt beschäftigt sie sich parlamentarisch unmittelbar mit diesen Fragen. Dabei entstehen häufig Zielkonflikte: Flächen werden für Wohnen, Verkehr, Tourismus, Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung benötigt, während Natur- und Klimaschutz ebenfalls Raum beanspruchen.

Aktuelles Beispiel: Im Biosphärenreservat Südost-Rügen wurden Projekte zur Rekonstruktion eines Riffs vor Neuendorf und zur Renaturierung eines Kleingewässers bei Nadelitz umgesetzt. Dazu kommen Investitionen in Natur- und Umweltbildung.

Riffrekonstruktion vor Neuendorf

Das Umweltministerium beschreibt ein Projekt vor Neuendorf, bei dem auf rund 1.350 Quadratmetern ein früher verlorener Lebensraum wiederhergestellt wurde. Steine, die historisch aus Boddengewässern entfernt worden waren, hatten natürliche Riffstrukturen reduziert. Mit der Rekonstruktion soll wieder Lebensraum für Meeresorganismen entstehen.

Solche Projekte zeigen, dass Meeresschutz nicht ausschließlich aus Verboten besteht. Auch aktive Wiederherstellung kann eine Rolle spielen. Gleichzeitig sind wissenschaftliche Begleitung und langfristiges Monitoring wichtig, damit beurteilt werden kann, welche Wirkung Maßnahmen tatsächlich haben.

Renaturierung bei Nadelitz

Bei Nadelitz wurde ein Kleingewässer renaturiert. Nach Angaben des Ministeriums wurden bereits erste Fortpflanzungserfolge des Springfrosches und die Ansiedlung des Teichmolches festgestellt. Kleingewässer können wichtige Lebensräume darstellen und zugleich Wasser in der Landschaft halten.

Solche Maßnahmen müssen in eine breitere Landschaftsplanung eingebettet sein. Landwirtschaftliche Nutzung, Eigentumsrechte, Wasserwirtschaft und Naturschutz müssen miteinander abgestimmt werden.

Naturbildung schafft Verständnis

Naturschutz ist besonders erfolgreich, wenn Menschen verstehen, warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind. Deshalb ist Umweltbildung ein wichtiger Bestandteil. Im Biosphärenreservat Südost-Rügen werden dafür unter anderem Angebote an Naturerlebnispfaden und im Granitzhaus unterstützt. Kinder, Jugendliche, Einwohner und Gäste können dadurch ökologische Zusammenhänge unmittelbar erleben.

Für den Tourismus kann Naturbildung ebenfalls einen Mehrwert schaffen. Gäste, die Landschaften nicht nur konsumieren, sondern verstehen, können für Schutzregeln eher Akzeptanz entwickeln. Gleichzeitig entstehen Angebote außerhalb klassischer Strandnutzung.

Bodenschutz und Flächenverbrauch

Boden ist nicht beliebig vermehrbar. Jede neue Siedlungs- oder Verkehrsfläche verändert die Landschaft und kann landwirtschaftliche Nutzung verdrängen. Deshalb stellt sich die Frage, wie vorhandene Flächen effizienter genutzt werden können. Innenentwicklung, Nachnutzung bestehender Gebäude und Revitalisierung bereits versiegelter Flächen können zusätzlichen Flächenverbrauch begrenzen.

Das bedeutet nicht, dass überhaupt nicht mehr gebaut werden darf. Wohnungsbau, wirtschaftliche Entwicklung und Infrastruktur bleiben notwendig. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Abwägung.

Naturschutz mit den Menschen gestalten

Akzeptanz entsteht selten, wenn Entscheidungen ausschließlich von oben vermittelt werden. Landwirtschaft, Kommunen, Tourismuswirtschaft, Umweltverbände und Einwohner verfügen über unterschiedliches Wissen und unterschiedliche Interessen. Frühzeitige Beteiligung kann Konflikte sichtbar machen, bevor Entscheidungen abgeschlossen sind.

Auch finanzielle Fragen gehören dazu. Wenn Flächeneigentümer oder Betriebe Leistungen für Arten-, Boden- oder Klimaschutz erbringen, muss geklärt werden, wie diese Leistungen honoriert werden. Naturschutz darf wirtschaftliche Realitäten nicht ignorieren.

Frage an Dr. Sylva Rahm-Präger

Wie wollen Sie Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und kommunale Entwicklung so miteinander verbinden, dass Artenvielfalt, Böden und Gewässer wirksam geschützt werden, die Menschen vor Ort beteiligt sind und wirtschaftliche Nutzung planbar bleibt?

FAQ: Natur- und Meeresschutz

Was wurde vor Neuendorf umgesetzt?

Im Rahmen eines internationalen Projektes wurde eine Riffstruktur rekonstruiert, die wieder Lebensraum für Meeresorganismen bieten soll.

Was geschah bei Nadelitz?

Dort wurde ein Kleingewässer renaturiert. Das Umweltministerium berichtet bereits über erste ökologische Erfolge.

Warum gehört Tourismus zum Naturschutz?

Die Landschaft ist ein wesentlicher touristischer Standortfaktor. Ohne ihren Schutz würde langfristig auch die Attraktivität der Region leiden.

Bedeutet Naturschutz automatisch weniger wirtschaftliche Entwicklung?

Nein. Ziel ist eine Abwägung, die Schutz und Nutzung verbindet. Je nach Standort können unterschiedliche Lösungen erforderlich sein.

Ist Naturschutz ein aktueller Schwerpunkt Dr. Sylva Rahm-Prägers?

Ja. Naturschutz und Umwelt werden auf der aktuellen SPD-Seite ausdrücklich als Schwerpunkte genannt.

Geprüfte Quellen

Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern – Projekte im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Landtag Mecklenburg-Vorpommern – Ausschussfunktion

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