Regionale Wertschöpfung auf Rügen – Frage an Dr. Sylva Rahm-Präger
Regionale Wertschöpfung, Gründerkultur und gute Arbeit
Wie kann mehr von dem, was auf Rügen erzeugt, entwickelt und geleistet wird, auch dauerhaft in der Region Einkommen und Arbeitsplätze schaffen?
Regionale Wirtschaft ist mehr als Tourismus
Der Wahlkreis 34 – Vorpommern-Rügen V verbindet Bergen auf Rügen, Putbus, Binz und die Gemeinden von Mönchgut-Granitz mit mehreren ländlich geprägten Orten des Amtes Bergen auf Rügen. Wirtschaftlich treffen hier Tourismus, Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Handwerk, Dienstleistungen, Gesundheitswirtschaft und viele kleinere Unternehmen unmittelbar aufeinander. Gerade diese Vielfalt ist eine Stärke. Sie macht die Region aber zugleich abhängig davon, ob Unternehmen geeignete Fachkräfte finden, Investitionen möglich sind und ausreichend Wertschöpfung vor Ort bleibt.
Für Dr. Sylva Rahm-Präger ist dieses Themenfeld nicht nur eine allgemeine wirtschaftspolitische Frage. Die SPD Mecklenburg-Vorpommern nennt bei ihrer Kandidatur für die Landtagswahl 2026 die regionale Wirtschaft des verarbeitenden Gewerbes und die Gesundheitswirtschaft ausdrücklich als einen ihrer Schwerpunkte. Der Landtag dokumentiert außerdem ihre langjährige berufliche Erfahrung als geschäftsführende Gesellschafterin der Molkerei-Naturprodukt GmbH Rügen sowie frühere Tätigkeiten in der Wissenschaft und in der regionalen Wirtschaftsförderung.
Mehr Verarbeitung kann mehr Einkommen in der Region halten
Ein entscheidender Unterschied besteht darin, ob eine Region überwiegend Rohstoffe und Vorprodukte liefert oder ob ein größerer Teil der Verarbeitung ebenfalls vor Ort stattfindet. Landwirtschaftliche Produkte können beispielsweise direkt vermarktet, in regionalen Betrieben verarbeitet und anschließend in Gastronomie, Handel oder Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt werden. Jeder zusätzliche Verarbeitungsschritt kann Beschäftigung schaffen und dafür sorgen, dass ein größerer Teil der wirtschaftlichen Leistung in der Region verbleibt.
Dass regionale Netzwerke funktionieren können, zeigt die Zusammenarbeit von Erzeugern, Verarbeitern, Gastronomie und Vermarktung auf Rügen. Solche Strukturen sind jedoch nicht selbstverständlich. Kleine Unternehmen benötigen verlässliche Genehmigungsverfahren, geeignete Gewerbeflächen, digitale Infrastruktur, Energieversorgung, Finanzierung und Fachkräfte. Für Gründerinnen und Gründer kommt hinzu, dass die ersten Jahre häufig von hohem Kapitalbedarf und administrativem Aufwand geprägt sind.
Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolge
Bei regionaler Wirtschaftspolitik geht es deshalb nicht nur um neue Unternehmen. Ebenso wichtig ist die Nachfolge in bestehenden Betrieben. Wenn ein Handwerksbetrieb, ein Lebensmittelunternehmen, ein gastronomischer Betrieb oder ein Dienstleister keinen Nachfolger findet, kann Know-how verloren gehen. Arbeitsplätze verschwinden und Wege zu Dienstleistungen werden länger. Eine erfolgreiche Nachfolgepolitik kann deshalb genauso wichtig sein wie klassische Gründungsförderung.
Für junge Menschen stellt sich zugleich die Frage, ob sie nach Ausbildung oder Studium eine berufliche Perspektive auf der Insel sehen. Attraktive Arbeitsplätze sind dabei nur ein Teil. Bezahlbares Wohnen, Kinderbetreuung, Mobilität und digitale Infrastruktur beeinflussen ebenso, ob Menschen bleiben oder zurückkehren. Wirtschaftspolitik kann daher nicht isoliert betrachtet werden.
Gute Arbeit muss ganzjährig möglich sein
Eine Besonderheit vieler touristisch geprägter Regionen ist die starke Saisonalität. In der Hauptsaison besteht teilweise erheblicher Personalbedarf, während andere Monate wirtschaftlich schwieriger sind. Ein Ziel regionaler Entwicklung kann deshalb darin bestehen, zusätzliche ganzjährige Wertschöpfung zu ermöglichen. Lebensmittelverarbeitung, Gesundheitswirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen, Digitalisierung oder spezialisierte Produktion können dazu beitragen, die Wirtschaftsstruktur breiter aufzustellen.
Gute Arbeit bedeutet außerdem mehr als die bloße Zahl der Arbeitsplätze. Beschäftigte brauchen verlässliche Bedingungen, Weiterbildungsangebote und eine realistische Möglichkeit, in der Region zu wohnen. Wenn Fachkräfte trotz Arbeitsplatz keinen bezahlbaren Wohnraum finden oder ohne eigenes Auto ihren Betrieb nicht erreichen können, wird Fachkräftesicherung zur Querschnittsaufgabe.
Regionale Beschaffung als Hebel
Auch öffentliche Einrichtungen und größere regionale Akteure können Nachfrage erzeugen. Wo vergaberechtlich und wirtschaftlich möglich, können regionale Lieferketten gestärkt werden. Besonders bei Lebensmitteln stellt sich die Frage, wie Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und andere Gemeinschaftseinrichtungen stärker mit regional erzeugten und verarbeiteten Produkten arbeiten können. Dabei müssen Preis, Qualität, Verfügbarkeit und Vergaberecht gemeinsam berücksichtigt werden.
Für den Tourismus bietet die Verbindung mit regionalen Produkten ebenfalls Chancen. Gäste suchen häufig nach authentischen Angeboten aus ihrer Urlaubsregion. Wenn Gastronomie, Hotellerie, Handel und regionale Produzenten enger kooperieren, entsteht eine Wertschöpfungskette, von der mehrere Betriebe profitieren können.
Welche konkreten landespolitischen Instrumente wollen Sie nutzen, damit mehr regionale Rohstoffe und Ideen im Wahlkreis verarbeitet und vermarktet werden, mehr ganzjährige Arbeitsplätze entstehen und kleine Betriebe, Gründerinnen, Gründer sowie Unternehmensnachfolgen bessere Bedingungen erhalten?
FAQ: Regionale Wertschöpfung im Wahlkreis 34
Warum ist regionale Verarbeitung wichtig?
Wenn nicht nur Rohstoffe erzeugt, sondern auch Verarbeitung, Vermarktung und Verkauf vor Ort organisiert werden, können zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen in der Region entstehen. Gleichzeitig werden Lieferketten sichtbarer und regionale Marken gestärkt.
Welche Branchen sind für den Wahlkreis besonders relevant?
Zu den wichtigen Bereichen gehören Tourismus, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen und Gesundheitswirtschaft. Welche Branchen künftig besonders wachsen können, hängt von Investitionen, Fachkräften, Infrastruktur und Nachfrage ab.
Was hat das Thema mit jungen Menschen zu tun?
Junge Menschen bleiben oder kehren eher zurück, wenn sie attraktive Arbeitsplätze, Entwicklungsmöglichkeiten und gute Lebensbedingungen finden. Deshalb gehören Wirtschaft, Wohnen, Bildung, Mobilität und Digitalisierung zusammen.
Ist regionale Wirtschaft ein belegter Schwerpunkt der Kandidatin?
Ja. Die SPD Mecklenburg-Vorpommern nennt für die Landtagswahl 2026 ausdrücklich die regionale Wirtschaft des verarbeitenden Gewerbes und die Gesundheitswirtschaft als einen Schwerpunkt Dr. Sylva Rahm-Prägers.
Verspricht diese Seite konkrete Förderprogramme?
Nein. Konkrete neue Förderprogramme werden hier nicht als bereits feststehendes Wahlversprechen dargestellt. Die Seite beschreibt die belegte Ausgangslage und formuliert daraus eine konkrete politische Frage.
Geprüfte Quellen
SPD Mecklenburg-Vorpommern – Kandidatinnen und Kandidaten 2026

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